
der Menstruierenden sind von PMDS betroffen.
Ärztlich geprüft durch das MySummer Ärztinnen-Team
Die prämenstruelle dysphorische Störung (kurz: PMDS) ist eine schwere Form von PMS (prämenstruelles Syndrom), die mit teils starken psychischen Beschwerden einhergeht. Eine neue Studie hat nun Erkenntnisse gewonnen, die helfen, eine geeignete Therapie für betroffene Frauen zu entwickeln. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für euch zusammengefasst.
Rund 50 % aller Frauen leiden an PMS, bis zu 8 % an der schwereren Form PMDS. Betroffene berichten von Schlafstörungen, Brustschmerzen, Depressionen, Kontrollverlust, Aggressivität und / oder Reizbarkeit einige Tage vor dem Einsetzen der Periode. Oft sind die Symptome so stark, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist. Ein Forschungsteam rund um Julia Sacher (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften) und Osama Sambari (Universitätsklinik Leipzig) hat Anfang 2023 eine Studie veröffentlicht, die die Ursache für PMDS ermitteln konnte.
der Menstruierenden sind von PMDS betroffen.
Depressionen, Aggresssivität und / oder Reizbarkeit gehören zu den schwerwiegendsten Symptomen
Welche Rolle spielt der Botenstoff Serotonin bei PMDS-Patientinnen im Gehirn?
Was ist Serotonin?
30 Frauen mit der Erkrankung PMDS + 29 Frauen in einer Kontrollgruppe
2022
Fall-Kontroll-Studie: Vergleich von Frauen mit PMDS mit einer Kontrollgruppe von gesunden Frauen Positronen-Emissions-Tomografie (PET): Über einen Zeitraum von 2 Menstruationszyklen wurden von allen Frauen Aufnahmen vom Gehirn zu verschiedenen Zyklus-Zeitpunkten gemacht und ihre jeweilige Stimmung dokumentiert (z. B. Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit)
Was ist eine Fall-Kontroll-Studie?
Was ist ein PET?
Die Forscher:innen fanden heraus, dass die Serotonin-Transporter-Dichte im Gehirn vor der monatlichen Regelblutung erhöht ist. Sprich: Es gibt zu viele Proteine, die das Hormon Serotonin transportieren. Die Folgen sind:
Mehr Serotonin wird in die Zellen aufgenommen
Weniger Serotonin steht im synaptischen Spalt zur Verfügung, was die depressiven Verstimmungen und Tiefs vor der Periode erklären kann
Die Fall-Kontroll-Studie ist grundsätzlich wissenschaftlich anerkannt. Ist die Anzahl an Probanden / Probandinnen aber klein, kann es schnell zu Ergebnis-Verzerrungen kommen.
Die neuen Erkenntnisse ermöglichen gezielte Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene. Beispielsweise kann die Verabreichung von Antidepressiva (sogenannte SSRIs, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) über wenige Tage dafür sorgen, dass mehr Serotonin im synaptischen Spalt zur Verfügung steht.
Darüber hinaus vermutet man, dass der Serotonin-Spiegel über Ernährung und Licht beeinflusst werden könnte. Hier ist noch weitere Forschung nötig, um sichere Aussagen machen zu können.
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